Brigitte Heinrich

 

kam in "Genoveva" als weiße Hirschkuh an die Herkuleskeule und erntete sofort röhrenden Beifall. Bald lernte die gelernte Schauspielerin aus den Rollen zu schlüpfen und feierte ihre ersten großen Triumphe in der Rolle der Brigitte Heinrich. Weil sie sich noch so jung fühlt, wollte sie probeweise auch einmal eine Oma spielen, und so schrieben ihr Wolfgang Schaller und Peter Ensikat die alkoholselige "Oma Slibowitz" auf den Leib. Die Presse sah in der Rolle eine "Vollblutkabarettistin" am Werk, womit nicht die Oma, sondern wieder die Heinrich gemeint war. In einem Programmheft gibt Brigitte Heinrich zu, dass sie "gereifter 50er Jahrgang" ist, also auch für die, die allabendlich mit ihr auf die Bühne gehen, gut zu genießen. Über 30 Jahre hält sie es nun schon auf den Keulenbrettern aus. Die meisten Weine kippen da längst ab. Die Heinrich kippt nicht. Hätte Goethe sie gekannt, er hätte im "Faust" nie den Satz geschrieben: "Heinrich, mir graust vor dir." Aber da wäre sie halt nicht in die Weltliteratur eingegangen. Wer es so lange in der Herkuleskeule aushält, darf sich Stammmutter nennen. Wer sehen will, wie Brigitte Heinrich einen erotischen Tango singt und tanzt, muss „Radioballett“ sehen.

Birgit Schaller

 

begann als geborene Querulantin, sich auf der Querflöte bis zur Musikhochschule hochzuspielen. Nach erfolgreicher Ablehnung an der Schauspielschule blieb ihr nur noch das Kabarett. Und siehe da: nach doch noch erfolgreichem Schauspielstudium sang, flötete und sprach sie in Gastspielen der Herkuleskeule an der Staatsoper Essen und an der Dresdner Semperoper. Immer glaubten einige Zuschauer, dass sie falsch seien und begannen sich zu wundern, dass es in der Oper so lustig ist. Kein Wunder aber, dass die Schaller als spanische Starsopranistin Cavalleria Mozarella umjubelt wird, ob bei der Lachmesse in Leipzig oder der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, wo sie mit ihrem Soloprogramm "Der letzte Schrei" erfolgreich gastierte und Kollegen wie Dieter Hildebrandt und Gerhard Polt laut Beifall klatschten. „Eine einmalige Leistung“ steht im Gästebuch. Hildebrandt war so begeistert, dass er Birgit Schaller in die Berliner Akademie der Künste einlud, wo sie neben Hildebrandt, Werner Schneyder und Georg Schramm auf der Bühne stand. Nun dreht sie in ihrem zweiten Soloprogramm die Stimmung im Saal auf „Alarmstufe Blond“ und ist als Gast an der Staatsoperette eine so komische Gräfin, dass die SZ schrieb: „So kann Operette auch sein!“

Katrin Jaehne

ist ja eigentlich Berlinerin. Aber als der quirligen Katrin nach Abschluss ihres Schauspielstudiums die Hauptstadt zu klein wurde, war der Schritt nach Dresden die logische Folge. So konnte sie ihr plapperndes Mundwerk zum Konzept machen und als Yvonne die Ohren der Zuschauer strapazieren. Und weil sie ein Tausendsassa ist, atemberaubte sie im Tatort, hauchte sämtliche Synchronstudios um und bretterte bei Olaf Schubert ungebremst über die Bretter. Jetzt ist sie also auch noch Kabarettistin und wird fortan das Publikum der Keule ins Lachkoma versetzen. Na das kann ja was werden.

Nancy Spiller

 

 

Obwohl Nancy Spiller aus Rüdersdorf kommt, ist sie eine Füchsin. Und das sieht man ihr an. Trotzdem sagt sie auf Nachfrage, sie sei Berlinerin, so verschlagen ist sie. Dementsprechend muss man bei ihr aufpassen, sonst hat man ganz schnell eine Pointe sitzen, ohne es zu merken.

Mit dieser Verschleierungstaktik hat Nancy vier Theaterjahre in Neustrelitz rumgebracht und dann noch ein paar Jahre in Freiberg die Bühne unsicher gemacht. Hier hat sie ihre Liebe zur Freiberger Eierschecke entdeckt, und weil das Publikum sich sowieso schon immer über sie scheckig lacht, geht die Füchsin nun an der Herkuleskeule auf Pointenjagd. Nach der Ballastrevue-Premiere bezeichnete ein Rezensent sie als "Entdeckung des Abends" - also kommen Sie und sehen selbst!

Alle Angaben wie immer ohne Gewehr.

Rainer Bursche

 

kam, sah und siegte an der Herkuleskeule, nachdem er sich über 25 Jahre als Amateur bei der "Lachkarte" die Füße auf den Kleinkunstbühnen plattgetreten hatte. Er entwickelte in all den Jahren so viel Optimismus in der Arbeit, dass der Einheitskanzler seine helle Freude an ihm gehabt hätte und auch Frau Merkel überlegte, ob sie nicht eine Kabaretttruppe im Bundestag mit ihm gründen soll, auf die Gefahr hin, dass dann keiner mehr weiß, was gerade Kabarett und was Bundestag ist. Am größten ist er als "kleiner Mann", was einem Rezensenten aufjauchzen ließ, bei Rainer Bursche fühle man sich "an Stumpi-Zeiten erinnert". Aber Bursche ist Bursche, er ist der „sächsische Schwejk“. Sie können ihn gleichzeitig auf der Bühne spielen, am Schreibtisch als Geschäftsführer führen und vor Computer und Fax Gastspiele organisieren sehen. Wenn Sie meinen, das ginge nicht, dann muss er dreifach geklont sein. Die „Keule“ ist ohne Rainer Bursche kaum vorstellbar und er nicht ohne die „Keule“. Neben all den Solisten im Lande gibt es sie noch: dieser alten Ensemblehasen.

Detlef Nier

 

genügte es nach einer frühen Rolle in der DDR-Fernsehserie "Zur See" nicht, bloß mit Meerwasser getauft zu sein. Also schrieb er sich ordentlich in der Schauspielschule "Ernst Busch" ein, wurde 1983 Meisterschüler am "Theater im Palast", bevor er sein Talent für komische Rollen entdeckte und sich vom Berliner Hauptstadtkabarett "Die Distel" engagieren ließ. 1990 holten ihn die "Kiebitzensteiner" nach Halle, wo er es immerhin ganze neun Jahre aushielt. Als Wolfgang Schaller für sein Programm "Grand Brie" einen Kabarettisten mit waschechter Phudyfrisur suchte, fiel ihm Nier ein. Und als er für sein Programm "Leise flehen meine Glieder" einen Lindenberg suchte, fiel ihm wieder Nier ein. Und als er für „Drei Engel für Karli“ einen schrulligen Pauschaltouristen suchte, fiel ihm wieder Nier ein. Seitdem sind Detlef Nier und die Herkuleskeule ein Herz und eine Niere. Als Bestatter in „Gallensteins Lager“ ist er so schwarz, dass jedes Mal zu befürchten ist, dass sich die Zuschauer tot lachen. Deshalb geschieht der Besuch des Programms auf eigene Gefahr.

Michael Rümmler

 

wurde aufgrund biologischer Gesetze 1951 geboren, aufgrund staatlicher Gesetze zur Schule gezwungen und aufgrund ihm völlig unbekannter Gesetze abiturgekrönt. Dem Gesetz des Zufalls folgend lernte er auf der Schauspielschule so lange deutlich reden, bis ihn keiner mehr verstand. Trotzdem wurde er von Peter Sodann ans Theater engagiert. Aber da er nicht nur engagiert sein wollte, sondern auch engagiert sein wollte, kehrte er reuig zum Kabarett zurück, lernte Pölitz kennen, spielte neben und mit ihm jahrelang, ließ sich mit ihm als "Zwickmühle" den einzigen guten Anzug mit Orden zerstechen, zuletzt mit dem "Salzburger Stier". Trotzdem rüttelte er 1999 am Tor des Dresdner Kabaretts. Die Kollegen ließen ihn eintreten. Seine "Werbeblöcke" am Ende der Vorstellung sind bei Zuschauern und Kollegen gefürchtet und treiben die Umsätze des Keulen-Merchandising regelmäßig in schwindelerregende Höhen. Schauspieler haben oft linke Hände. Er hat einen linken Kopf, dafür aber Hände, die überall zupacken, wo es was zu organisieren gibt: Gastspiele, Jubiläen, Und als Regieassistent redet er immerfort rein. Und das ist gut so.

Alexander Pluquett

kommt aus der Nähe von Kassel, wo der griechische Halbgott über den Gipfeln thront. So kam es, dass er schon als Kind gegen Herkules' Keule rannte und seitdem einen Hau weg hat. Und weil Alexander Pluquett Alexander Pluquett heißt, nennen ihn schon seit Kindertagen alle nur "der Unaussprechliche". Hierüber war der Nordhesse so traurig, dass er sich zum Tänzer ausbilden ließ, um seinen Namen tanzen zu können. Als das nicht funktionierte, lernte er die Trompete und geigte fortan allen die Meinung. Das gefiel Alexander so gut, dass er Musik auch gleich noch auf Lehramt studierte. Weil sich Schüler aber von ihm nicht belehren ließen, sondern lieber über ihn lachten, wurde Alex kurzerhand noch Schauspieler und Kabarettist und begab sich mit dem "duo ZAHLTAG" und als Ensemblemitglied der Berliner Stachelschweine auf Lachefeldzug gegen das Bildungssystem. Und da es in Sachsen bekanntermaßen ganz egal ist, wie man irgendetwas ausspricht, findet Alex hoffentlich bei uns an der Keule seinen Frieden.

Hannes Sell

 

Sechs Jahre vor Mauerfall aus dem Mutterschoß gleich neben die Mauer gefallen, nämlich ins Kinderkrankenhaus Berlin-Mitte, gefiel es Hannes Sell, in der Folge vor allem durch Berlin-Treue aufzufallen und sich hier nicht nur Abitur und Schauspielstudium in den Schoß fallen zu lassen, sondern auch ersten Beifall seitens des Theaterpublikums. Dass der Beifall kein Unfall war, bewies er sich durch weitere Fälle von Theatritis nicht nur in Hamburg und Wien, sondern auch im gefälligen Erzgebirge. Zwecks Brotbeschaffung sind ihm sonst noch Film- und Fernsehauftritte eingefallen. Reingefallen ist Hannes Sell schließlich auf den Lockruf der Herkuleskeule und in das Programm "Die Zukunft lügt vor uns", wo der Kabarett-Neuling versucht, gegen seine Kollegen nicht zu stark abzufallen.

 

Jens Wagner

 

reicht es nicht, als Dozent der Musikhochschule mit seiner Akribie die Studenten zu quälen. Seit 1990 jagt er als Musikalischer Leiter auch noch die Kabarettisten hinter seinen Tasten her. Er arrangiert oft so schwierige Gesangssätze, dass es sich auf der Bühne anhört, als würde jeder zweistimmig singen. Und wenn er als Pianist dabei noch von...

 

Volker Fiebig

 

...unterstützt wird, der bereits bei namhaften DDR-Bands wie beispielsweise „Electra“ die Trommel rührte, kann es schon mal vorkommen, dass der Text auf der Bühne stört. So schön klingt es. Wenn Wagner auf den Tasten zu jazzen anfängt, und das auch schon mal mit so weltbekannten Stars wie Rolf Kühn oder Thomas Quasthoff, haben seine Kollegen das Gefühl, dass er eigentlich fürs Kabarett zu schade ist.

Thomas Wand

hat als Pianist schon etliche Bands geleitet und als Tontechniker sämtliche Stars von Santana, Lindenberg, Grönemeyer und als Höhepunkt seiner Laufbahn die Wildecker Herzbuben beschallt. Als ständiger Gast der Herkuleskeule singt und spielt er u.a. in dem Kultprogramm "Café Sachsen" und in Wolfgang Schallers „Morgen war´s schöner“.